"New Sound All Around, You Can Hear It Too..." - Pop'n'Roll aus dem Stahlbad (45 verrückte Jahre "Speak & Spell")
Meine persönliche Depeche Mode Geschichte beginnt irgendwo zwischen "Black Celebration" und "Music For The Masses", genauer vielleicht zwischen "A Question Of Time" und "Strangelove". Ich kannte damals ein paar Videos und die Radiosingles. Als der Funke endlich übersprang, begann ich, mich durch den Rest des bisher Ungehörten in kleinen Schritten vorzuarbeiten.
Das ging leider immer nur genau so weit, wie die Tapes der Freunde, und der beschränkte Zugang zur "Monotonie des Yeah Yeah Yeah (oder wie das heißt)" hinter der Mauer es hergaben. Die AMIGA "Greatest Hits"? "The Singles 81-85"? Das Naheliegendste. Die mit dem Gescherbel? "Some Great Reward"? Construction was? Rückwärts ging es vorwärts! Bis zurück an den Anfang, bis zur "Speak & Spell".
So viele Jahre hat uns diese Platte nun schon beschäftigt und begleitet. Auf der Schuldisco haben wir uns dazu die mit allerhand Reißzwecken dekorierten Arbeitsschuhe durchgetanzt. Wir haben die ganze Zeit überlegt, was sie da für komisches Zeug singen und uns mit diesem lyrischen Kauderwelsch überhaupt sagen wollen.
Mittlerweile ist uns "Speak & Spell" dann doch etwas zu nah am einstigen Zeitgeist, um uns noch gebührend abzuholen. Von allen innig geliebten Depeche Mode Platten hat sie sich im Laufe der Jahre am meisten verändert, ja irgendwie fast verloren. Eine Art musikalischer Fremdkörper. Auflegen? Tue ich sie kaum noch. In meinem persönlichen Ranking der Longplayer unserer Jungs landet sie immer auf den hinteren Plätzen. Aber zu Recht?
Dass sich "Speak & Spell" heutzutage etwas antik und angejahrt anhört? Ok, geschenkt. Dass aber "Just Can't Get Enough" immer noch ungestraft und folgenlos durch tausende Kehlen bei Livekonzerten lauthals mitgegröhlt wird? Diesem popeligen Kokolores müssen wir uns wohl oder übel stellen, obwohl wir diesen klebrigen Hit mehr als nur einmal zu oft gehört haben. Was waren das für selige Zeiten auf der "Exciter Tour" oder der "Tour of The Universe", als man gänzlich ohne diesen antiquierten Firlefanz auskam!
Nur, wer kann es den Jungs denn verdenken, wenn allein 75% der Konzertbesucher das Stadion stürmen, um diesen einen ollen Schinken zu hören, der ungefähr so cool ist, wie ein "Kessel Buntes"-Fernsehabend mit den Großeltern?
Weltweit bekannt und beliebt, ist dieser enervierende Oldie ja mittlerweile vorallem durch überbordende Kaffee-, Bier-, Bekleidungs- oder Mobilfunkwerbung. Billigst verramscht und verraten durch Äonen unzähliger Schunkelmusik-DJs auf öden Familienfeiern und respektlosen Aprés-Ski-Bumsbudentechno-Heinis hinterm nächsten Auto-Scooter. Wie kann einem sein eigener Song so sehr entgleiten?
Der Name "Speak & Spell" entstammt übrigens einem populären elektronischen Lernspielzeug von Texas Instruments, mit dem Kinder unter anderem Buchstaben und Wörter "sprechen und buchstabieren" lernen konnten.
Genau dieses Prinzip passt hier wunderbar zur Musik: vier unbeholfene junge Hüpfer nutzen ihre kindliche Energie zusammen mit modernster elektronischer Technologie und formen diese zu wortgewandten, leider nicht ganz verständlichen, trotzdem ansprechenden und tanzbaren Popsongs.
Man kann dieses Album leicht hören und darüber lachen. Die Keyboards klingen veraltet, der Leadsänger klingt zehn Jahre jünger als er war (Gahan war damals 18 Jahre alt), und die Texte sind unsinnig. Aber wenn man genau hinhört, versteht man, warum dieses Album damals so einflussreich und wichtig für die Musikszene war.
Depeche Mode selbst verorten sich von Anfang an nämlich ganz woanders. Keine neo-romatische Popkiste, in die sie die britische Presse gern steckte. Keine Blitz-Kids aus dem gleichnamigen Londoner Club, wo sie Produzent Stevo nach seiner Geburt des Ur-"Photographic" gern gesehen hätte. Diese Etiketten wurden ihnen nur angeheftet.
Sie gingen stets dahin zurück, wo sie herkamen. Dorthin, wo es richtig weh tut. Besonders, wenn man in diesen düsteren Venues als Typ mit geschminktem Lidschatten, Netzhemd oder lackierten Fingernägeln aufläuft. Und wo bitte ist das im tristen Thatcher-England mehr der Fall, als bei sturzbetrunkenen Pubhockern? Trotz Bowie war das Wort "genderfluid" damals noch gar nicht erfunden.
Die blutjungen Depeche-Jüngelchen zieht es in die Rockerclubs, in die dreckigen Bars, in die miefigen Jazzkeller der britischen Hauptstadt und drum herum: "Bridge House", "Hope And Anchor", "Ronnie Scotts" - just to name a few.
Sie gingen instinktiv dort hin. Ein Zeichen ihrer Abgrenzung. Als Symbolik ihrer Herkunft. Gepaart mit der Attitüde des Punk. Aus der britischen Arbeiterschaft kommend, haben sie ihren sozialen Background nie geleugnet. Das "Stahlbad Punkerschuppen" prägt sie so bis heute. Sie waren niemals "New", sie waren viel mehr "No Romantics". This ain't no disco!
Deutlicher nachvollziehen kann man das, wenn man sich vom tradierten Album-Listening löst und sich in dem Raum auf die Suche begibt, für den diese Hits geschaffen wurden. Die rohen, hypnotischen Liveversionen aus den miefigen Spelunken, bringen die rockige Seite der Band zum Vorschein. Die Livepräsentation als Nagelprobe.
Selbst der damals allergrößte abgewaschene Hund des weltweiten Medienkapitalismus, der CEO von Sire Records, Seymour Stein, besuchte eine von Depeche Modes frühen Shows und musste euphorisiert von ihrer Live-Präsenz zugeben "Depeche Mode were the first of those [electronic] bands that were so great live, that it was just amazing."
Beeindruckend und aufregend also. Aber von was sprechen wir hier eigentlich?
Damals noch in Urbesetzung mit Andy, Dave, Martin und Vince, erschien vor genau 45 Jahren ihr Erstlingwerk "Speak & Spell". Neben einem damals noch ausgezeichnet funktionierendem Schallplattenmarkt war es üblich, das taufrisch Geschaffene in bewährter Manier einem gierig dürstenden Publikum vorzustellen. So geschah es auch mit dem ersten Album der legendären Depeche Mode, einer der bis heute am meisten gefeierten Bands des Planeten. Bereits damals waren sie so innovativ wie später einflussreich und wurden doch über die Jahre immer wieder kontrovers diskutiert. Genau, wie ihre erste Platte:
A1: "New Life"
„New Life“ legt nach etwa 30 Sekunden richtig los. Der Song ist repräsentativ für den Großteil des Albums: energiegeladen, jugendlich, mitreißend und klingt nach all den Jahren immer noch unglaublich frisch.
Wie bereits erwähnt, ergeben die Zeilen „I stand still stepping on a shady street / And I watch that man to a stranger“ absolut keinen Sinn; sie wurden wohl nur aus phonetischen Gründen gewählt. Silben, die einfach zur Musik passten. Clarkes Einflüsse sind am Ende des Tracks deutlich zu erkennen, wenn alle Bandmitglieder eine exakte Kopie des Beatles-Finales von „Twist and Shout“ singen.
Der Album-Opener "New Life" hielt live immerhin bis zur "Some Great Reward Tour". Ein exzellentes Beispiel dafür, wie sich Studioversion und Liveversion voneinander unterscheiden, insbesondere, wenn man die frühen, wirklich begrenzten Skills der Jungs am Tastengerät bedenkt und sich die Metamorphose von Daves Bühnenpräsenz über die Jahre vor Augen hält.
A2: "I Sometimes Wish I Was Dead"
„I Sometimes Wish I Was Dead“ (toller Titel!) ist trotz seines Namens sogar noch fröhlicher, mit einem schrägen, federnden Synthie-Sound nach jedem Refrain und einem beschwingten Tempo.
Schön auch hier zu hören, was damals mit sechs Händen und einer Tonbandmaschine so ging. Sehr schön rau und ruppig. "This is 'I Sometimes Wish I Was Dead'" wurde manchmal auch schon andersherum geschrieben ("Sometimes I Wish I Was Dead") und vorab als rotes Schlabbervinyl im berühmten Flexipopmagazin mit einer netten Geschichte um Dave in einem Sarg beworben, ganz im Stile einer Foto-Love-Story.
A3: "Puppets"
Das trockene "Puppets" hatte uns von Anfang an voll erwischt und wir sind immer höllisch dazu abgedanced auf der Schuldisco. Die bereits passend gespulte Kassette dabei immer in der Hosentasche. Denn, „Puppets“ ist womöglich der erste „richtige“ Mode-Track, obwohl Gore ihn nicht geschrieben hat. Er wirft einen passend düsteren Blick auf Drogenabhängigkeit, aber mit einem eingängigen Clarke-Synthie-Hook.
Depeche Mode fanden "Puppets" selbst so cool, dass sie es bis zum Ende der "Some Great Reward Tour" spielten.
A4: "Boys Say Go!"
„Boys Say Go!“ ist eine richtige Hymne und enthält gute Hintergrund-Synthie-Klänge, die einen Hauch von Bedrohlichkeit ausstrahlen, genau wie „Nodisco“, dessen Titel möglicherweise auf Vinces Punk-Wurzeln anspielt.
Geschafft hat es diese "Hymne" mit sagenhaften 240 Aufführungen bis zur "Black Celebration Tour", und das dort immer noch als Zugabe. Wäre für nette Livestimmung heutzutage wohl auch nicht die schlechteste Wahl.
A5: "Nodisco"
Wahrscheinlich die Erklärung für den anhaltenden Ruhm der Jungs. Es brodeln 1000 Watt in dir und du hast keine Disko in der Nähe! Also ab in den ranzigen Punkerschuppen. Stellt euch die Hooks und Synths einfach als Gitarrensounds vor.
Live leider nur magere 20mal aufgeführt. Das ist nicht mal ein Drittel dessen, was allein der nächste "Song" geschafft hat.
A6: "What's Your Name?"
Oh je. Es ist mir ein zweifelhaftes Vergnügen, euch den kitschigsten und schrillsten Track vorzustellen, den DM je gemacht haben: „What’s Your Name?“ Der Refrain lautet „Hey you're such a pretty boy / You're so pretty“. Die Harmonien sind typisch Beach Boys, inklusive des markanten „P-R-E-double-T-Y“-Hooks. Wenn man mal wieder herzhaft lachen muss, mag es einen aufmuntern, aber man muss es einfach sagen: Es ist der schlechteste Depeche-Mode-Song aller Zeiten.
Live kriegt er dann wenigstens doch noch ein klitzekleines Bisschen die Kurve. Bis heute das kontroverseste Stück der Jungs, und mit einer ordentlichen Portion queer-erotischem Text.
B1: "Photographic"
Gut, dass danach „Photographic“ kam, sonst hätten die Fans die Kassette wahrscheinlich rausgenommen und verbrannt (das war vor der CD-Ära). „Photographic“ ist wie ein klassischer Numan-Song: bedrohlich, aber ohne die Steifheit; der Song fließt sehr schön und klingt trotzdem markant.
Einer der beiden Dauerbrenner im Live-Repertoire der Jungs und zweifelsfrei der beste und coolste Song der ganzen Platte. Absolut legendär spätestens seit dem 1984er Videotape aus Hamburg und krönender Abschluss im Jahre 2010 bei der Sankt-Alan-Revival-Sause in der Royal-Albert-Hall.
B2: "Tora! Tora! Tora!"
Nach einer ziemlich keck von den Beatles abgeguckten Überblendung folgen Martin Gores erste Beiträge überhaupt: „Tora! Tora! Tora!“ (ein toller, schräger Song mit coolen Synthie-Effekten am Ende jeder Strophe) und „Big Muff“ (benannt nach einem Fußpedal für ein Keyboard – so sagt man zumindest …), ein ziemlich funkiges Instrumentalstück.
Ab hier beginnt der kurze Martin-Teil der Platte. Vorgeschmack auf sein Talent für eingängige Melodien, und auch sein Gespür für die etwas düsteren Texte blitzt hier bereits deutlich auf. Bei "Tora! Tora! Tora!" handelt es sich übrigens um einen missverstandenen Funkspruch japanischer Sturzkampfpiloten im Zweiten Weltkrieg. They were raining from the sky!
B3: "Big Muff"
Laut Wikipedia, ist "... der 'Big Muff' ein Verzerrer-Effektgerät für E-Gitarre und E-Bass, das sowohl von Electro-Harmonix (NYC) als auch als günstigere Variante von der russischen Tochtergesellschaft Sovtek hergestellt wird. Die E-Bass-Version ist dabei speziell auf tiefere Frequenzbereiche ausgelegt und verringert dadurch den für Verzerrer typischen und hörbaren Verlust an Druck des Basssignals. Die Klangregelung konnte bei einigen älteren Modellen mittels Schalter überbrückt werden."
In unserer stürmischen Teenagerzeit wussten wir dies alles leider noch nicht und spekulierten bei diesem Songtitel eher auf eine Beschreibung des urogenitalen Erscheinungsbildes von Martins damaliger Freundin, wahlweise aber auch auf einen überdimensionierten winterlichen Handwärmer. So kann man sich also täuschen!
Live wurde es damals gern als Brücke genutzt, damit Dave sich zwischendurch ein bisschen erholen konnte, weil Martin sich noch nicht so recht an den Bühnenrand traute. Hielt immerhin auch bis zum Ende der "Construction Tour" durch.
B4 "Any Second Now"
„Any Second Now“ [eigentlich mit dem Zusatz "Voices"] ist eine kristallklare Ballade mit funkelnden Synthesizerklängen, deren Text aber dennoch Unsinn ist. Trotzdem ist sie hübsch und wirkungsvoll. Es ist der erste Song überhaupt, bei dem Gore den Leadgesang übernimmt.
Es live zu singen, hat sich Martin bis heute nicht getraut, deswegen funktionierte "Any Second Now" auf der "Speak & Spell Tour" rein als instrumentales Intro. Es war gleichzeitig die B-Seite von
B5: "Just Can't Get Eough"
Der wahre Höhepunkt des Albums ist jedoch „Just Can't Get Enough“ [...]. Bubblegum-Pop in Reinform, raffiniert aufgebaut aus vielschichtigen Synthesizerklängen und mit einem angenehmen Groove.
Wie schon einige Kritiker bemerkt haben, ist er so eingängig, dass er fast schon nervt. Dennoch ist er ein typisches Produkt seiner Zeit. Das Bedauerliche daran ist jedoch, dass die meisten Leute nicht wissen, wie weit die Band seit diesem naiven, aber unterhaltsamen Stück gekommen ist…
Genau so ist es! Siehe oben! Seither rückte der Heuler leider immer öfter ins Liveprogramm und wird dort mittlerweile so weit vorangepushed, dass fast die gesamte Stimmung des Sets von Daves Singalonganfeuerungen abhängt. Ooooh oh! One, two, three, four!
Sie selbst nehmens gelassen und können darüber mittlerweile selber nur noch müde lächeln. Ich meine, Martin sieht man es sogar richtiggehend an.
B6: "Dreaming Of Me" (seit 2007)
Mit "Dreaming Of Me" und dem durch uns gelüfteten Geheinmis hinter der allerersten Singleveröffentlichung haben wir uns vor einigen Jahren schon mal äusserst intensiv beschäftigt. Lest es gern nach!
Im Rahmen der Überarbeitung der gesamten Depeche Mode Diskografie Mitte der 2000er kam dann eine neue, etwas längere Version von "Dreaming Of Me" ins Spiel, mit einem komisch quietschenden, sogenannten "cold end". Damit machte es plötzlich auch Sinn, sie ans Ende der LP zu packen. Seither ist "Dreaming Of Me" quasi ein "Bonustrack" der internationalen "Speak & Spell". Es war bis dahin nur auf der deutschen Pressung zu hören.
Fehlen also nur noch die wirklich brillanten B-Seiten "Ice Machine" (ein Burner für die Ewigkeit!) und das multirhythmische "Shout", dessen Namen recht passend einem afrikanischen Stammestanz entlehnt ist.
"Speak & Spell" ist immer noch ziemlich einzigartig in der Diskografie, da es fast ein reines Vince Clarke Album ist. Bis auf "Big Muff" (das Effektgerät!) und "Tora! Tora! Tora!" (dem Funkruf) stammen alle Songs von Vince, und die beiden Martin-Stücke weisen uns zaghaft den Weg zu seiner späteren lyrischen, melodischen und technischen Inspiration.
Das Albumcover von Brian Griffin verstärkt diese eigenartige Mischung aus futuristischer Technik und etwas nahezu Märchenhaftem. Griffin wurde mit diesem Album für die kommenden Jahre zu einem wichtigen visuellen Partner der Band. Im Rahmen der vielen Überarbeitungen änderte sich höchstens immer mal das Layout der Schriftart.
Daniel Miller wollte eigentlich eine Design-Popgruppe im Stile seiner "Silicon Teens" erschaffen, erweckte jedoch etwas vollkommen Neues, was sich dazu noch ausgezeichnet in den Reigen der damaligen Künstler seines Labels einfügte, das so gewichtige avantgardistische Elektrofrickler vorzuweisen hatte wie Fad Gadget, DAF oder Boyd Rice.
Von der Presse wurden sie komplett in die falsche Schublade gesteckt. Das ölige Etikett "New Romantic" oder auch "Synthipop" hat ihrer Wahrnehmung in keinster Weise geschadet, eher sogar ein wesentlich breiteres Publikum angezogen. "Posh clobber could clinch it!"
Durch ihre Liveauftritte unter anderem im legendären "Bridge House", ernteten sie bereits früh Reputation und Anerkennung aus dem Rockermillieu. Nebenbei ließ man sich intensiv von The Cure, den frühen Human League, OMD und Ultravox beeinflussen. Aus "F-I-R-E-I-N-C-A-I-R-O" wurde einfach "P-R-E-doubleT-Y".
"Speak & Spell" konkurrierte in den Herbstcharts des Jahres 1981 mit solch Kalibern, wie "Ghost In The Machine" (The Police), "Abacab" (Genesis) oder "Tattoo You" (Rolling Stones). Aus vergleichbarem Hause stammten unter anderem "Dare" (The Human League), "Architecture & Morality" (OMD) und "Rage In Eden" (Ultravox).
Depeche Mode hatten definitiv einen einzigartigen Start. Rückblickend auf ihre [45]-jährige Karriere sind die Jungs aus Basildon heute live gefragter denn je. Sie scheinen einige der leidenschaftlichsten Fans der Branche zu haben, und ihre Konzerte sind legendär, episch und leidenschaftlich. [...]
Leider ist über die Jahre das genaue Erscheinungsdatum verlorengegangen. Seriöse Quellen (wie Daves Bruder Phil) behaupten, die UK-Version erschien am 5.Oktober 1981 und die US-Version am 6. November.
Vinces damalige Freundin Deb erinnert sich in ihrem Tagebuch daran, die Platte von ihm persönlich, frisch aus dem Presswerk und nach dem Zahnarzt am 28. Oktober ausgehändigt bekommen zu haben, so dass mir mittlerweile das bei diversen KI-Abfragen ausgeworfene Datum des 29. Oktobers 1981 am plausibelsten erscheint. Insbesondere auch, weil "Speak & Spell" erst in der Woche vom 8. November als Neueinsteiger auf der 10(!) in den britischen Albumcharts auftaucht.
Die Vorbestellungen für das Album erreichten wenige Tage vor der Veröffentlichung bereits 80.000 bis 100.000. Bei der Menge an Vorbestellungen, die ja in der Regel sofort chartwirksam werden, macht daher auch kein anderes Datum Sinn.
Dieses Album, das viele seiner Ideen aus den Harmonien und dem Pop-Rock der 60er-Jahre bezieht, beeinflusste wiederum eine Vielzahl von Künstlern und Musikstilen in den 80er-Jahren.
Fans der „dunklen“ Mode werden sich hier kaum wiedererkennen, doch dieses Album verdient höchste Anerkennung. Es ist ein jugendliches, enthusiastisches Album, das vor Energie nur so sprüht und damals eine völlig neue Herangehensweise an die Musikproduktion erkundete.
Vince verließ die Band bald darauf, und sie entwickelten bald ihren eigenen Stil, aber „Speak And Spell“ bleibt ein Album, das sich von den anderen abhebt.
Unter Hitparadengesichtpunkten hätte "Speak & Spell" mit seiner minimalistisch-naiven Herangehens- und Produktionsweise eigentlich kolossal scheitern müssen. Dennoch überzeugte beim Publikum die simple, poppige DIY-Ausstrahlung dieses Albums.
Mit fortschreitender Zeit erschloss sich den Hörern die elektronische Präzision von Kraftwerk, zusammen mit den unbändigen Rhythmen schwarzer Musik, dem Futurismus des Synthpop von Gary Numan bis Human League, gepaart mit der Direktheit des Punk.
Sie wollten und bekamen hier etwas komplett Anderes, was noch einen ganz ganz weiten Weg gehen sollte.
Also legt das Ding einfach nochmal auf und staunt, was für simple, coole Musik ihr doch früher gehört habt...
Wir geben auch Autogramme, erfüllen Interviewwünsche und stehen gern für Podcasts zur Verfügung! Nachdrucke unseres legendären Fanclubmagazins "Fearing Message" können gern organsiert werden.
Solltet ihr ein rechtliches oder tatsächliches Problem mit den von uns verwendeten Fotos oder Texten feststellen, entfernen wir diese selbstverständlich umgehend. Dabei möchten wir gern nochmal erinnern, dass wir gänzlich monetarisierungsfrei arbeiten - Depeche Mode is our hobby!
Dieser Beitrag ist komplett KI-frei, bis auf die Übersetzung des englischsprachigen Textes von sputnikmusic
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