"This Is More Than A Party...", Teil 3 - Erinnerung an unsere Depeche Mode Sause in Augustusburg

Nich umsonst heißt es in Depeche Mode Kreisen spöttisch "this is dance dance dance!", wenn es um schmissige Hitparadenkracher von annodazumal geht, und wir uns in Erinnerungen verlieren, wie wir dazu allabendlich sprichwörtlich abgedanced haben. 
 
Am liebsten geschah dies natürlich auf Parties, auf denen den ganzen Abend außer Depeche Mode und ein paar gerade noch so geduldeten Randkapellen, wie Front 242 oder Nitzer Ebb, nichts anderes lief. Da sich nach der Wende aber flugs eine andersartige Diskokultur etablieren sollte, hieß es, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und einen derart schmissigen Abend einfach DIY zu organisieren. 
 
So kam es, dass sogar wir phlegmatischen Zonenkinder es schafften, eine der damals schwer angesagten Depeche Mode Feten zu organisieren. Unsere guten Kontakte zum Flöhaer FC "Bricks Of Shame", ins pittoreske Augustusburg und vor allem unser regelmäßiger Besuch im dortigen "Casino", kam uns dabei äusserst gelegen.

Das Sportlerheim auf dem berühmten Schellenberg hatte nämlich nicht nur einen ungewöhnlich erlesenen Namen, sondern damals ganz 'state of the art', schon Spaghetti Aglio & Olio am Start, so dass wir nahezu jeden Abend dort auf eine warme Speise mit erquickendem Kaltgetränk einkehrten. Die Organistation unserer Fete klärten wir fix per Handschlag. 
 
Im Handumdrehen waren Flyer gedruckt und an die frisch Wendeluft schnuppernden Fanclubs der in den letzten Zügen liegenden DDR verschickt.   
 
Wie nahezu jeder kleine, bescheidene Fanclub der Wendezeit, hatte natürlich auch "Hopes And Fears" eine hauseigene Postille, um den neuesten Klatsch und Tratsch, zusammen mit elementarem Grundwissen über Depeche Mode instant an den Mann oder die Frau zu bringen. 
 
Mit insgesamt drei Releases unseres von uns liebevoll "Fearing Meassage" genannten Fanzines, gedachten wir den ketzerisch Ungläubigen und halfen ihnen missionarisch beim Einstieg in die sakralen Weihen der Depechistischen Modologie. 
 
Mächtig stolz waren wir dann auf unsere selbstorganisierte Depeche Mode Fete, wie die nächtliche Untermalung dieses monochromen Tanzabends mit elektronisch erzeugter Unterhaltungsmusik damals noch genannt wurde. Im euphorischen Überschwang, dass unsere allererste Party wirklich ein sensationeller Mega-Szeneerfolg geworden war, überschütteten wir uns in einer der letzten "Fearing Message"-Ausgaben mit wohlverdientem und unermesslich gerechtferigtem Selbstlob. 
 
Der Anzeigenflyer, wie er damals in die Republik verschickt wurde
 
"Es war weder die erste Fete die ich erlebte, und auch nicht die erste an deren Organisation ich maßgeblich beteiligt war, aber ich muß, ohne uns in den Himmel heben zu wollen bemerken, dass es das Beste war, was die Depeche-Mode-Szene in letzter Zeit zu bieten hatte. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten (die Fete wäre fast ins Wasser gefallen) und eineinhalbstündiger Verspätung der Disco, waren doch etwa 400 (394) Mode-Fans angereist. Eine Stimmung herrschte im Saal, die einen richtig an alte Zeiten erinnerte (Augustusburg/Waldbühne 1990).

Hauptattraktion des Abends waren ohne Zweifel "INQUISITA", die eines ihrer besten Konzerte aufzogen. Sie stellten größtenteils neues Material vor, dass aber erstaunlich gut beim Publikum ankam. Bei Songs wie "Strange Days" oder "Preach A Sermon" hatten die Jungs um Uli Leistner die "Dancehall Augustusburg" voll im Griff und ließen sich letztendlich noch zu einer Zugabe a la Depeche Mode überreden. Uli spielte zwar noch nicht perfekt, aber durchaus ausbaufähig, "Personal Jesus" auf der Gitarre.

Es ist echt überraschend wie groß das Interesse an Depeche Mode noch ist. Zumal die Band immerhin schon 11 Jahre besteht und gut 1 Jahr nichts neues veröffentlichte. Das die Wahnsinnsstimmung bis zum Schluß anhielt, wird auch unserem Anheizer Long Man zuteil. Der, Dave Gahan gleich, das Publikum immer wieder zum Mitklatschen und Mitsingen animierte, wie bei einem richtigem Konzert.

Ständig stürzten schweißgebadete Tanzwütige aus dem Saal, um frische Luft zu schnappen. Bei einigen Fans grenzte die Tanzekstase fast an Hochleistungssport, und trotz der lockeren 40°C, die im Saal herrschten, wurden die Freaks durch den vorantreibenden Techno-Sound immer wieder zum Tanzen gezwungen. Einfach genial! 

Leider wird es ein Traum bleiben, daß eine Depeche-Mode-Fete mal ohne Ärger verläuft, denn es waren, wie erwartet, wieder ein paar Schlägertypen da, um einige Leute zu schikanieren. Es gab dann, Gott sei Dank, keine weiteren Ausschreitungen.

Wenn man sich alles noch einmal überlegt, von der Planung bis zur Durchführung der Fete, muß man einfach bemerken, dass wir für so einen kleinen Fanclub eigentlich ganz gute Arbeit geleistet haben.

Ein gutes Team ist eben Gold wert! Dabei möchte ich besonders Long Man, Sticks, Heike, Frank S., Heiko und natürlich "INQUISITA" danken. Und ich meine, daß wir ohne weitere Vorbehalte so eine DM-Party in der Stadthalle Chemnitz organisieren könnten...
"
(HW)

Im Magazin sah das Ganze dann so aus, und wenn ihr möchtet, machen wir auch gern mal eine Sonderausgabe über alle erschienenen "Messages":  

 
 

Die jungen, aufstrebenden Kapitalistenpopper von "Inquisita" haben uns mit ihrer horrenden Gagenforderung dann auch gleich um unsere kompletten Einnahmen erleichtert. Investitionen in eine weitere Party oder gar in einen Verein, der solche Veranstaltungen in Zukunft hätte organisieren können, wurden daher nie getroffen. Das gesamte Eintrittgeld floß in die teure Westtechnik und in die Kehlen der von uns gebuchten Unterhaltungsmusiker.  

Wahrscheinlich ist es auch deshalb leider nie zur angekündigten Fete in der Stadthalle gekommen. Möglicherweise waren wir alle nach der Wende aber auch viel zu beschäftigt. Wenn nicht mit uns selbst, dann meist mit beruflichen oder persönlichen Herausforderungen. Andere waren am Ende schneller, und haben sich beim Thema Szeneparties einfach mehr engagiert, im wahrsten Sinne des Wortes in Szene gesetzt und den Markt übernommen. 

Aber sogar unter diesen Umständen halten wir nun auch 35 Jahre später der Band noch die Treue, knüpfen seit einigen Jahren wieder intensive Fankontakte, betreiben mehr oder weniger erfolgreich eine Facebook- und Intstagram-Gruppe oder pinseln unsere aktuelle Sichtweise zum Thema Depeche und Mode und allem drum und dran hier in den Blog. 

Den Pioniergeist von einst schreiben wir uns also immer noch auf die Fahnen! Sprecht uns gern an, wenn ihr mehr wissen möchtet, die Kontaktdaten findet ihr unter diesem Beitrag. 

Und das mit der Sonderausgabe über die "Fearing Message" ist vielleicht gar keine schlechte Idee...  

(stx)

Fotos/Videos: Mike St., Heike G.

Models: Heiko, Longman, Ulli, Pissi und viele andere, deren Namen mir partout nicht mehr einfällt 

Wir geben auch Autogramme und erfüllen Interviewwünsche! Nachdrucke unseres legendären Fanclubmagazins "Fearing Message" können ebenso organsiert werden. 

Solltet ihr ein rechtliches oder tatsächliches Problem mit den von uns verwendeten Fotos feststellen, entfernen wir diese selbstverständlich umgehend. Dabei möchten wir gern nochmal erinnern, dass wir gänzlich monetarisierungsfrei arbeiten - Depeche Mode is our hobby!

Dieser Beitrag ist komplett KI-frei, bis auf die Belichtungskorrektur der alten Fotos. 

Please feel free to get in contact: dmfc.hopesandfears@gmail.com oder nutzt das unten stehende Kontaktformular (Achtung, das Feld invertiert die Schriftfarbe) 

 



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